Leistung : Geräuschtonmeister

Autos, Strom, Telefon oder Radio verbietet ihre Religion. Die einzigen Schulbücher sind Bibel und Katechismus. In den Familien wird altes Plattdeutsch gesprochen, nur wenige können gut Spanisch. Doch der Einfluss der Welt außerhalb der Gemeinde wird stärker.

Ist es ihnen möglich, sich dem Fortschritt zu verweigern? „Ohne diese Welt“ porträtiert das fremdartige und beeindruckende Leben einer leisen Gesellschaft zwischen Abschottung und Wandel.

In Südamerika leben rund 65 000 deutschstämmige Mennoniten wie vor drei Jahrhunderten. Die sogenannten „Altkolonier“ benutzen lediglich Pferdekutschen und vermischen sich nicht mit der südamerikanischen Bevölkerung. Die Lebenswege sind für Jung wie Alt klar vorgezeichnet.

Der Film „Ohne diese Welt“ porträtiert die Kolonie „Durango“ im Norden Argentiniens. Vor gerade mal 18 Jahren kamen ihre Bewohner aus Mexiko hierher, um vor dem Einfluss der modernen Welt zu fliehen, der dort Einzug hielt. Die Argentinier aus dem Nachbardorf Pampa de los Guanacos haben sich inzwischen an ihre neuen Nachbarn gewöhnt, kaufen Milch, Eier und Fleisch von den Mennoniten und lassen sogar ihre Autos in der Kolonie reparieren.

„Ohne diese Welt“ erzählt das Leben in der Kolonie und ihr besonderes Zusammenleben mit den Menschen aus Pampa de los Guanacos. Eine bizarre, schöne und ein wenig unheimliche Welt – mitten in der viel zu heißen Savanne Argentiniens. Eine fremde Welt, die unsere moderne Welt infrage stellt.

„Ohne diese Welt“ wurde 2017 auf dem Filmfestival Max Ophüls Preis und beim FIRST STEPS AWARD jeweils als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Für ihren darauffolgenden Film „Systemsprenger“ erhielt Regisseurin Nora Fingscheidt 2019 auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin einen Silbernen Bären.

Stab

  • Regie – Nora Fingscheidt
  • Autor – Nora Fingscheidt
  • Kamera – Yunus Roy Immer
  • Schnitt – Stephan Bechinger
  • Musik – John Gürtler, Natalie Sandtorv